Kaltes Fieber (Broken Prey)

Kaltes Fieber (Broken Prey)

NOOK BookGerman-language Edition (eBook - German-language Edition)

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Overview

Unfassbare Verbrechen durchdringen die Mauern der Gefängnispsychiatrie

»KALTES FIEBER« FÄNGT DA AN, WO ALBTRÄUME AUFHÖREN ...

Die erste Leiche wird an einem einsamen Ufer in Minneapolis gefunden. Der Körper der jungen Frau wurde mit einer Peitsche gegeißelt. Drei Wochen später taucht auf einer Farm ein zweiter Leichnam auf. Wieder handelt es sich um eine besonders grausame Tat, denn der Tote wurde verstümmelt. Der Mörder muss schnell ausfindig gemacht werden, nicht nur, um weitere Opfer zu vermeiden. Der Gouverneur von Minnesota fürchtet vielmehr eine Panik unter den Menschen, die auch politische Konsequenzen für ihn haben könnte. Deshalb übergibt er den Fall Detective Lucas Davenport, dem Chef der Abteilung für Öffentliche Sicherheit bei der Staatspolizei.

Schon bald gibt es einen Verdächtigen: Charlie Pope, ein Sexualverbrecher, der vor kurzem aus der Psychiatrie des Gefängniskrankenhauses St. John‘s entlassen wurde. Aber Charlie Pope hat noch nie einen Menschen getötet, er verbüßte seine Haftstrafe wegen Vergewaltigung. Außerdem zeugt die Planung und Durchführung der Morde von einer hohen Intelligenz des Täters – eine Intelligenz, über die der eher minderbemittelte Pope nicht verfügt. Davenport vermutet, dass Pope im Auftrag anderer gehandelt hat, also nur ein Handlanger war. Und diese anderen können nur die »Drei Großen« sein, drei Hannibal-Lecter-artige Killer, die in St. John’s unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen einsitzen und von denen jeder glaubte, dass sie hier kein Unheil mehr anrichten können …

»Dieser Killer ...«, sagte Lucas, atmete tief ein und ließ die Luft als Seufzer wieder aus der Kehle entweichen. »Dieser Killer wird uns noch die Hölle heiß machen.«




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Product Details

ISBN-13: 9783894804954
Publisher: E-Books der Verlagsgruppe Random House GmbH
Publication date: 03/11/2009
Series: Lucas Davenport (German Language) Series , #16
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Sales rank: 869,162
File size: 772 KB

About the Author

The prolific John Sandford is the author of several New York Times bestselling crime thriller series: Prey, Kidd, and Virgil Flowers. He also co-authored three young adult novels with his wife, Michele Cook. "John Sandford" is the pen name for the Pulitzer Prize-winning journalist John Camp.

Hometown:

St. Paul, Minnesota

Date of Birth:

February 23, 1944

Place of Birth:

Cedar Rapids, Iowa

Education:

State University of Iowa, Iowa City: B.A., American History; M.A., Journalism

Read an Excerpt

Charlie Pope stapfte die Gasse hinunter, auf dem Rücken die leere Mülltonne, eingehüllt in den Gestank von verdorbenem Fleisch, verfaulten Bananen, geronnenem Blut und weiß Gott was sonst noch, ein Mann, dessen Leben auf dem Müll gelandet war - und der dennoch alle Augen auf sich gerichtet fühlte.
Die heimlichen Blicke und das versteckte Anstarren prasselten auf ihn ein wie Graupelkörner bei einem Wintergewitter. Jeder in der Stadt kannte Charlie Pope, und alle behielten ihn im Auge.
Ein halbes Dutzend Mal war sein Foto auf den Titelseiten der Zeitungen erschienen, aufgenommen, wenn sein verängstigtes Gesicht mit den kleinen Schweinsaugen hinter Kühlfächern und Regalen in Supermärkten hervorlugte. Die Fotografen hatten aber auch bei seiner Registrierung als Sexualstraftäter Fotos von ihm geschossen, und sie erwischten ihn häufig vor seinem Wohnwagen und beim Schleppen seiner Mülltonnen.
EIN PERVERSER LEBT UNTER UNS, schrieben die Zeitungen. EIN IRRER SEXUALSTRAFTÄTER LAUERT UNSEREN TÖCHTERN AUF. WIE LANGE WIRD ER SICH NOCH ZURÜCKHALTEN KÖNNEN, BIS SCHLIESSLICH ETWAS SCHRECKLICHES PASSIERT? Nun ja - sie schrieben das nicht im Wortlaut, aber es war genau das, was sie meinten.
Charlie stellte die leere Tonne zur Seite, beugte sich über die nächste, hob sie hoch, wankte, stapfte damit zur Straße. Verdammt schweres Ding. Was hatten die Leute da reingeworfen, verdammte Schreibmaschinen oder was? Wie können sie erwarten, dass ein Weißer mit diesen verdammten Mexikanern mithält?
Alle anderen Müllmänner waren Mexikaner, kleine Typen aus einem abseits in den Bergen gelegenen Dorf. Sie arbeiteten pausenlos, plapperten in Spanisch miteinander, um ihn zu isolieren, verzogen verächtlich die Lippen über einen weißen amerikanischen Perversen, der gezwungen war, in ihren Reihen mit zu arbeiten.

Charlie war ein groß gewachsener Mann, eher fett als muskulös, mit einem ovalen Kopf wie ein Football, abfallenden Schultern und kurzen, dicken Beinen. Sein Kopf war kahl, die Ohren jedoch waren dicht behaart. Er hatte ein winziges Kinn, schmale, tief eingebettete Lippen und kleine Augen, nicht größer als ein Zehncentstück, die ständig feucht glänzten. Eine auffällige Erscheinung, aber keinesfalls attraktiv. Er sieht echt aus wie ein Irrer, hatte ein Zeitungsreporter einmal gesagt.
Und er war ein Irrer. Die elektronische Fessel an seinem Fußgelenk bezeugte diese Tatsache. Die Cops hatten ihn verhaftet und wegen Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung weggesperrt, und sie hatten ihn im Verdacht, drei weitere Sexualstraftaten sowie zwei Morde begangen zu haben. Okay, er hatte diese Verbrechen begangen, und er war damit noch einmal davon gekommen - bis auf die eine Vergewaltigung und die eine schwere Körperverletzung. Dafür hatten sie ihn acht Jahre in die forensische psychiatrische Klinik gesteckt.
Klinik. Beim Gedanken daran verzog er die Lippen zu einem zynischen Lächeln.
St. John's war unter Krankenanstalten das, was ein Fleischerhaken für ein Schlachtschwein bedeutet...
Charlie löste sich von den Gedanken an St. John's und wischte sich den Schweiß aus den Augenbrauen, rollte die Tonnen zum Müllwagen, hob sie hoch, kippte sie aus und zerrte sie dann - manchmal genügten auch Tritte - zurück an ihren Platz vor dem Haus des Kunden. Im heißen Sonnenlicht roch er den Gestank, den er verströmte: Er stank nach Schweiß und verdorbenem Käse, nach verfaultem Schweinefleisch, saurer Milch und ranzigem Fett - ein bezeichnender Geruch für sein verkorkstes Leben.
Manchmal meinte er, er hätte sich an diesen Geruch gewöhnt und würde ihn nicht mehr wahrnehmen, aber das stimmte nicht. Er roch den Müll jeden Morgen, wenn er zur Arbeit kam, er roch ihn während des ganzen Ta ges, er roch ihn durch seinen Schweiß hindurch, er roch ihn auf dem Kopfkissen seines Betts in diesem heißen, elenden Wohnwagen.
Heiß und elend, aber immer noch besser als St. John's.

Früher Morgen.
Charlie war auf der Straße gegen über dem Park der berühmten Sullivan-Bank im Einsatz, als das Mädchen in der himbeerfarbenen Hose vorbeikam. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt ...
Der Blick ihrer braunen Augen traf Charlie wie ein Schauer kalter Regen tropfen, auch wenn die junge Frau hastig zur Seite schaute, als er sie unverhohlen anstarrte. Sie ging vorbei, aber ihm blieb der Eindruck von weichen, braunen Augenbrauen, zarter Haut und himbeerrotem Lippen stift.
Sie hatte einen herzförmigen Hintern.
Sie trug eine cremefarbene Bluse, eine eng anliegende Hose und Schuhe mit halbhohen Absätzen, die die Länge ihrer Beine hervor hoben und gleichzeitig ihren Hintern strafften. Sie bewegte sich mit den langen, eiligen und sicheren Schritten einer jungen Geschäftsfrau, selbstbewusst und unbeschwert, noch nicht unter dem Druck schwerwiegender Entschlüsse oder gar persönlichen Versagens.
Und, bei Gott, ihr Hintern war wirklich herzförmig. Charlies Kehle verengte sich in einem Anfall von Begierde.
Ihre Hüften schwangen bei jedem ihrer Schritte seitwärts: wie zwei in einem Jutesack kämpfende Wildkatzen, hatte mal jemand gesagt, einer der anderen Perversen in St. John's, ein Versuch, besonders spaßig zu sein. Aber so war das bei diesem Mädchen überhaupt nicht. Es war eine weiche, harmonische Bewegung in dieser engen himbeerfarbenen Hose, und der schmale Rücken verjüngte sich zur Taille hin, und ihre Absätze klickten auf dem Gehweg, und ihr schulterlanges Haar schwang im Rhythmus ihrer Schritte hin und her …
Mein Gott, er brauchte dringend so eine. Er hatte achteinhalb Jahre keinen echten Sex mehr gehabt.
Charlies Zunge zuckte aus dem Mund wie bei einer Echse, während er hinter der jungen Frau herschaute, und er schmeckte den Müll auf seinen Lippen, und er spürte, auch wenn in diesem Moment gar keine da waren, Schmeißfliegen um seinen Kopf summen.
Charlie Pope, vierunddreißig Jahre alt, ein Irrer, nach verfaulten Bananen schalen und verdorbenem Kaffeesatz riechend, stand auf der Straße in Owatonna, erinnerte sich an einen Blick wie ein Schauer kalter Regen tropfen und sah einem Mädchen mit einem herzförmigen Hintern in einer himbeerfabenen Hose nach. Und ein Gedanke zuckte durch seinen Kopf:
»Ich muss so was in die Finger kriegen. Ich muss einfach ...«


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