ISBN-10:
3641037360
ISBN-13:
9783641037369
Pub. Date:
Publisher:
In den Armen der Nacht: Roman

In den Armen der Nacht: Roman

by Christina Dodd, Beate Darius

NOOK Book(eBook)

$9.99

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Overview

Atemberaubend spannend, sexy und geheimnisvoll: ein großartiger Mystery-Roman!

Ein Urahn von Rurik Wilder verkaufte seine Seele und die seiner Nachfahren einst dem Teufel. Um den Fluch zu brechen, benötigt Rurik ein besonderes Reliquiar – und die wahre Liebe einer Frau. Er weiß genau, wer für ihn die Richtige wäre: die Fotografin Tasya Hunnicut. Doch die würdigt ihn keines Blickes – aus gutem Grund …




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Product Details

ISBN-13: 9783641037369
Publisher: E-Books der Verlagsgruppe Random House GmbH
Publication date: 11/20/2009
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
File size: 429 KB

About the Author

With more than 15 million books in print, award-winning novelist Christina Dodd is one of the most popular American authors of suspense, romance, paranormal, and historical romance books. Dodd’s best-known series include the Virtue Falls series, the Fortune Hunter series, and The Chosen Ones. Dodd has won the Romance Writers of America RITA and Golden Heart Awards.

Read an Excerpt

Die Nacht, in der alles begann

Ich will, dass du mir Rückendeckung gibst.« Konstantine reichte seinem Bruder die Flasche und deutete mit einer ausholenden Geste ins Tal, wo die Zigeuner ihr Lager aufgeschlagen hatten. »Ich bin nämlich fest entschlossen, dieses Zigeunermädchen zu rauben.«
»Wir dürfen uns nicht mit den Zigeunern anlegen.« Oleg trank einen großen Schluck Wodka. »Streng mal deine grauen Zellen an. So ist es festgeschrieben. Wir dürfen uns an alle Frauen ranmachen, aber nicht an diese schlampigen Roma-Bräute.«
Zwischen Konstantines Kiefern entstand ein breites Grinsen. »Kannst du mir mal verraten, wieso nicht?« Die Familie Varinski kannte keinen Moralkodex. Folglich gab es auch keine Verhaltensregeln. Sie konnten tun und lassen, was sie wollten: vergewaltigen, zündeln, foltern, morden — und niemand hätte sie daran zu hindern vermocht.
Es gab nur ein ehernes Gesetz.
Sie durften sich keine Zigeunerin nehmen.
»Zigeunerinnen sind schmutzig.« Oleg spuckte verächtlich in Richtung Lager, und der warme Auswurf traf in einer kleinen Dampfwolke auf den gefrorenen Waldboden. Der Herbst war eisig kalt wie schon lange nicht mehr, der frühe Frost hatte die Getreideernte vernichtet, und die Menschen hungerten. »Nachher holst du dir noch irgendeine tödliche Krankheit.«
»Ich lach mich schlapp! Der Einzige, der mich umbringen kann, bist du, Bruderherz.«
»Ich würde dich nicht umbringen«, versetzte Oleg eilends.
Oleg und Konstantine waren gleich alt und von ähnlicher Statur: beide an die einsneunzig groß, muskelbepackt, mit schnellen Fäusten. Zudem war Oleg ein begnadeter Kämpfer. Er steckte jedoch ungern ein. Folglich kämpfte er nur, wenn es sich nicht vermeiden ließ.
Anders als Konstantine. Er liebte den Kampf. Und natürlich den Sieg. Eigentlich liebte er alles, was mit einer Fehde zusammenhing. Bei Prügeleien stand er wie ein Fels mittendrin und erging sich in Strategien, wer, wann, wie angreifen würde, welcher seiner Gegner am leichtesten auszuschalten wäre und bei wem er sich besonders ins Zeug würde legen müssen. Der Schmerz wirkte auf ihn wie ein Stimulans, und Rot war seine Lieblingsfarbe.
Heute Abend juckte es Konstantine mal wieder in den Fingern: Er brauchte Action. Er schätzte, dass in dem Zigeunerlager ungefähr vierzig Leute lebten: dreißig Männer und Frauen im Alter von fünfzehn bis siebzig und zehn Kinder. »Haben wir heute Abend nicht hart gekämpft? Und unsere Hände im Blut unserer Feinde gewaschen?«
»Das waren keine Feinde von uns.« Oleg starrte auf das Lagerfeuer im Tal. »Das war bloß ein Job.«
»Wenn ich den Auftrag bekomme, jemanden zu töten, so ist dieser mein Feind und damit basta.«
Konstantine nahm die Flasche und trank, bis der Wodka in seinen Eingeweiden brannte, bevor er sie Oleg zurückgab. Man durfte die Zigeuner keinesfalls unterschätzen; sie verteidigten ihren Clan bis aufs Messer, das Mädchen bedeutete ihnen verdammt viel, und sie waren nicht zuletzt gerissene, skrupellose Kämpfer. So etwas wusste er zu schätzen. Er hatte auch schon eine Strategie, wie er ihnen das Mädchen unter der Nase wegschnappen wollte. »Ich verhandle derzeit mit einem indonesischen Gangster. Wir kämpfen demnächst für diese Bande. Bis es so weit ist ...« — von einem plötzlichen Adrenalinschub befeuert, setzte er den Abhang in Richtung Lager hinab —, »... amüsier ich mich mit einem dieser süßen Zigeunerflittchen.«
Oleg zog ihm kurzerhand die Flasche über den Schädel.
Konstantine sah tausend Sterne.
Mit einem gezielten Schlag in die Kniekehlen brachte Oleg ihn zu Fall und nahm ihn in den Schwitzkasten. »Wenn du das machst, musst du unseren Clan verlassen.«
»Wer sollte denn den Mumm haben, mich rauszuwerfen, hä?« Konstantine fixierte seinen Bruder provozierend. »Du bestimmt nicht, Oleg.«
»Nein. Ich nicht. Aber vielleicht ... vielleicht stammt dieses Zigeuner-Gesetz gar nicht von dem ersten Konstantine ... sondern von seinem Erzeuger.«
»Du meinst wohl von seiner Mama?« Konstantines Lippen verzogen sich zu einem anzüglichen Grinsen. »Der Stinkstiefel brachte seine Mama um die Ecke, um den Pakt mit ihrem Blut zu besiegeln.«
»Nein. Vom Fürsten der Finsternis höchstpersönlich.« Oleg riss Konstantine an den Haaren. »Ist dir nie der Gedanke gekommen, dass der Teufel dies als Bedingung in den Pakt aufgenommen haben könnte?«
»Klar doch. Hast du dir schon mal überlegt, warum? Warum sollte der Teufel es dem alten Konstantine verbieten, mit einer Zigeunerin rumzumachen?«
»Ich ... keine Ahnung.«
Konstantine entspannte sich im Klammergriff seines Bruders und fuhr im beiläufigen Plauderton fort: »Hast du das Zigeunermädchen in der Stadt gesehen?« Er machte eine Kunstpause. »Na sag schon, Bruderherz.«
»Doch, ja, hab ich«, räumte Oleg widerwillig ein. Er sträubte sich gegen Konstantines Vorhaben, obwohl er die Obsessionen seines Bruders nachvollziehen konnte. »Sie ist schön. Aber zu klein für dich.«
»Spitze Brüste, schlanke Taille, schmale Hüften, wilde blauschwarze Locken ...«
»Diesen rassigen dunklen Typen wächst irgendwann ein Damenbart. Wetten?«
»Was kümmert mich das? Ich will sie ja nicht auf Dauer. Aber hast du auch diese dunklen tiefgründigen Augen bemerkt, denen nichts zu entgehen scheint? Weißt du, weshalb sie solche Augen hat? Weil sie in die Zukunft sehen kann.«
Olegs eiserne Selbstkontrolle ließ nach. »Typisch für die Zigeuner. Sie lügen, dass sich die Balken biegen. Damit ziehen sie gutgläubigen Bürgern das Geld aus der Tasche.«
»Nein, ich bekam zufällig mit, wie die Roma darüber sprachen — sie beachteten mich nicht weiter, weil sie mich für einen streunenden Hund hielten, der ihr Lager umschlich. Das Mädchen weissagt einem nicht bloß die Zukunft. Sie hat Visionen. Und sie wird mir einen Sohn schenken.«
»Wovon träumst du eigentlich nachts, Mann? Du darfst keinen Sohn mit ihr zeugen. Sie ist eine Zigeunerin!«
Konstantine packte Olegs Handgelenk. »Erst denken, dann reden, Oleg. Streng mal dein Hirn an. Stell dir einen Sohn mit meinen Gaben und ihren Visionen vor. Er wäre mächtig, so mächtig, dass er den Teufel in Angst und Schrecken versetzen würde. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns nicht mit Zigeunerinnen einlassen dürfen. Weil mein Kind dem Höllenfürsten den Platz streitig machen würde.«
Oleg lehnte sich zurück. »Manchmal frage ich mich, ob du noch alle Tassen im Schrank hast, Konstantine«, entrüstete er sich.
Konstantine verwandelte sich so blitzartig, dass Oleg nicht einmal blinzeln konnte.


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